Familie

Brei oder BLW? Füttert ihr schon zu?

Juli 19, 2017

Kaum ist das Baby 5 oder 6 Monate alt fangen die meisten Eltern damit an ihrem Kind neben der Milch auch Brei zu füttern oder ihnen Rohkost in die Hand zu drücken. Irgendwie schon ein Muss, Stillmamis warten meistens ein bisschen länger mit der Beikost, aber bei allen ist es ein leidiges Thema.

Es fängt schon bei den kleinsten Dingen an. Füttere ich aus dem Gläschen, muss ich den Brei selber machen oder verzichte ich auf den Brei und mache ganz fancy BLW (Baby Led Weaning)? Das bedeutet grob gesagt nichts anderes als dem Baby bei der Wahl des Essens freie Hand zu lassen. Also alles was sich das Baby selbstständig in den Mund stecken kann, soll es auch essen.

Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich frischen Mamis den Druck nehmen möchte. Es wird nicht immer einfach sein, aber wenn man sich unnötigen Druck macht wird es auch nicht klappen. Ich hatte hier einen kleinen Mann, der fast alle Breisorten verschmäht hat. Ich hatte mich darauf gefreut ihn neben der Per-Milch Brei zu kochen. (Warum ich nicht gestillt habe, könnt ihr hier lesen.) Dafür stand und steht hier auch immernoch ein Dampfgarer bereit, in dem man sehr schnell leckere Breie zubereiten kann. Zum Start hatten wir zwischen dem 5 und 6 Monat mit Karottenbrei angefangen. Den fand er ziemlich lecker und so ein Gläschen hat er auch schnell weggeputzt. Pastinake fand er auch super, aber sobald ich ihn etwas mit Kartoffeln, Reis, Fleisch, Couscous, Zwieback oder ähnlichen angeboten habe war es vorbei. Er hat das Gesicht verzogen und sah ganz angeekelt aus. Das sah wirklich ziemlich lustig aus. Man konnte ihn beim besten Willen nicht dazu bringen, davon etwas zu essen. Das wollte meine Mutter natürlich nicht glauben und hat ihn Kartoffelbrei mit Möhren zubereitet. Sein Gesicht hättet ihr sehen müssen, keine Chance.

Das hat mir zwischenzeitlich ziemlich demotiviert und ich habe immer weniger frisch zubereitet und nur ab und an zu einem Gläschen gegriffen. Langsam und unbewusst haben wir dann eher mit BLW angefangen. Natürlich immer mit der Angst im Nacken, dass er sich verschluckt und ja diese Fruchtsauger und Co. fand er auch doof. Er hat sich natürlich ein paar Mal verschluckt, aber der Würgreflex ist bei ihm sehr gut und die Probleme hatten sich schnell erledigt. Brei gab es eigentlich gar nicht mehr.

Die ganze Zeit habe ich mir gedacht anstatt der Flasche muss ich ihm doch jetzt einen Brei geben. Das machen doch alle so. Vielleicht wollte er aber einfach lieber seine Milch und ich dachte schon ich werde ihn seine Milch geben müssen bis er in die Schule geht. Hier gab es auch eigentlich wenn überhaupt nur mittags Brei. Diesen Frühstück- und Abendbreie fand er nämlich auch ziemlich doof und auch mit Marmelade, Obst oder Fruchtbrei in den nach Pappe schmeckenden Breien wurde es nicht besser.

Mit der Zeit hat er dann immer mehr unterwegs gegessen. Obst, Brezeln und Gemüse. Mittags hatte ich angefangen Nudeln und Co. zu kochen. Das fand er klasse. Besonders wenn Erbsen dabei waren. Irgendwann hat sich dann das Frühstück eingeschlichen und die Flaschen wurden immer weniger. Mittlerweile gibt es hier Frühstück, Mittag und Abendbrot. In der Regel all das was wir auch Essen. Es gibt noch eine Flasche in der Nacht, aber die wollen wir ihm auch zeitnah abgewöhnen.

Klein N. isst nicht immer so wie ich es mir vorstelle. Meistens bleibt eine Menge von seinem Frühstück übrig, ab und an haut er dann richtig rein. Vor allem beim Mittagessen schlägt er dann ordentlich zu.

Was ich damit sagen möchte, wählt einen Weg der zu Euch passt. Wenn Brei und Beikost nicht gut ankommen, dann macht einfach noch etwas mit der Flasche weiter. Euer Kind hat früher oder später großes Interesse daran, dass zu essen was ihr auch esst. Auch müsst ihr Euch nicht dafür schämen wenn ihr eurem Kind Brei aus dem Glas füttert, dass geht nämlich schnell. Bei uns gab es einen Mix aus selbstgekochten Brei und gekauften Gläsern. Hat den kleinen Mann nicht gestört.

 

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