Familie

Hilfe, ich bin eine Helikopter-Mami!

Juni 26, 2018

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung und auch wenn ich die Überschrift hiermit direkt wieder relativere, würde ich sagen, dass ich nur ein klitzekleines bisschen eine Helikopter-Mami bin. Ich würde nicht soweit gehen N. bis ins Klassenzimmer anstatt bis zum Schultor zu bringen und auch nicht seine Nachmittagsverabredungen minutiös planen.

Allerdings möchte ich ihn am liebsten vor jedem blauen Fleck und jeder noch so kleinen Schürfwunde schützen. Ja, ich höre mich öfter auf dem Spielplatz „Vorsicht!“ rufen und schäme mich in der nächste Sekunde dafür. Manchmal rutscht mir das Wort auch mehrmals raus, fasse mir an den Kopf und frage mich was ich hier eigentlich mache. Auch frage ich mich, was sich die anderen Mütter wohl denken.

Natürlich weiß ich, dass das Vertrauen in unsere Kinder sehr wichtig ist, das Vertrauen ihr Selbstvertrauen stärkt und ihre Fähigkeiten fördert. Ich vertraue N. auch, aber meine Hand würde ich nicht in jeder Situation für ihn ins Feuer legen. Er ist manchmal einfach zu ungestüm, zu wild und mit den Gedanken schon wieder woanders.

Hinzu kommt, dass ich mir immer das Schlimmste ausmale, ziemlich kontraproduktiv… Während ich an mir arbeite und in brenzligen Situationen kurz die Augen schließe, bin ich froh das es da noch einen Papa gibt. Der am Ende wahrscheinlich weniger Gefahren sieht als ich, aber unseren Sohn mehr in seinen Fähigkeiten bestärkt, als es mir möglich ist.

Ein gutes Beispiel ist das Laufradfahren. N. ist auf seinen Laufrad so schnell wie der Blitz und weiß auch, dass er nicht auf die Straße fahren darf. Vorgekommen ist es aber trotzdem, weil er beim Fahren ab und an auf den Boden guckt oder mit den Gedanken woanders ist. Ich habe in dieser Situation nicht die Möglichkeit ihn zu schützen, außer ich sprinte die ganze Zeit neben ihm. Schlechte Idee, denn das macht meine Kondition nicht mit. Also fahre ich überwiegend mit ihm im Park um Risiken aus dem Weg zu gehen. Felix fährt problemlos mit ihm an der Straße.

Auf dem Spielplatz erwische ich mich auch immer wieder dabei, wie ich in seiner Nähe bin und ihn schützen möchte, wenn er klettert oder schaukelt. Im Kindergarten läuft er auch nicht vor die Schaukel, also warum soll er es bei mir machen?

Das Thema beschäftigt mich und ich weiß, dass ich noch an mir arbeiten muss. Wie ist es bei Euch? Seht ihr den Sachen gelassen entgegen oder müsst ihr Euch auch dazu anhalten mal kurz tief durchzuatmen?

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  • Lisa Juni 26, 2018 at 10:36 am

    Hallo Lisa, mir geht es genauso! Und ich weiß manchmal nicht ob es tatsächlich einfach die pure Angst und das Helikopter Mama da sein ist oder ob es einfach eine Angst ist die mit einem schwierigen Start ins Leben des Kindes verknüpft ist. So war es bei uns und so war es ja bei Dir auch. Klar hat man als Mama ja auch irgendwie eh immer Angst aber ich glaube schon das man die jeweiligen Arten und Beweggründe schon Differenzieren kann und von außen nicht alle überfürsorglichen als Helikopter Mama bezeichnen kann. Das machst du nicht! Ich meine nur ich denke einfach oftmals geht es tiefer und hat seine Gründe, oder was sagst Du? 🤔 und wie du schon sagst ist es toll wenn man noch einen Mann oder Frau oder anderes Familienmitglied oder Freunde hat die einen ergänzen und dem Kind die exploration der Welt möglich machen 😊 Ich finde reflektion ist eine ganz tolle Stärke und die hast du auf jedenfall! 💪🏻

    • Lisa Juni 28, 2018 at 10:59 pm

      Danke für dein Kommentar. Schön, dass ich damit nicht alleine bin. Bestimmt hat das alles seine Gründe, arbeite aber trotzdem an mir um ihn mehr in seinen Fähigkeiten zu bestärken. <3

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